Absacker und Gardinenbildung beim Auto lackieren verhindern und beheben
Schäden selbst reparieren – ein Kinderspiel! Oder etwa nicht? Leider geht dabei manchmal doch etwas schief. In diesem Artikel geht es um das Phänomen, wenn ein gesamtes Lackfeld zusammenhängend abrutscht und wellige Falten wirft. Im Gegensatz zu einem einzelnen Tropfen, auch Lacknase oder Läufer genannt, sackt der Lack hierbei jedoch als größeres Plakat ab. Man spricht dann von einer Gardine. Technisch wird dies auch als das Absacken des Lackfilms bezeichnet.
In diesem Beitrag erläutern wir die Ursache dieses Lackierfehlers und zeigen Ihnen, wie Sie ihn vermeiden und gegebenenfalls beheben können. Gardinenbildung kann auftreten, wenn der Lack zu langsam trocknet und die Lösungsmittel aus dem Lack zu langsam verdunsten. Vergleichen Sie den Effekt mit schmelzendem Schnee auf einem Schrägdach: Wenn dieser langsam schmilzt, rutscht er ab.
Auch ein ungeeigneter Spachtel kann diesen Effekt verursachen. Wenn der Lack nicht gut auf dem Spachtel haftet, sackt er ab.
Gardinenbildung verhindern
Halten Sie sich unbedingt an die auf dem Produkt angegebenen, empfohlenen Trocknungszeiten. Es ist äußerst wichtig, dass die Grundierung vollständig getrocknet ist, bevor eine neue Schicht aufgetragen wird. Vermeiden Sie außerdem beim Spritzen eine zu dicke Lackschicht. Eine zu dicke Schicht wird schwer und sackt ab. Achten Sie darauf, das empfohlene Schleifpapier mit der richtigen Körnung zu verwenden. Die ideale Trocknungstemperatur liegt zwischen 16 °C und 24 °C.
Behebung von Absackern
Eine Gardine im Farb- oder Klarlack lässt sich erst nach der vollständigen Durchhärtung des Materials sauber entfernen. Das schrittweise Vorgehen verhindert, dass Sie bis auf den Basislack durchschleifen:
1. Vollständige Aushärtung
- Der jeweilige Lack muss bis in die tiefsten Schichten der Gardine komplett durchgehärtet sein.
- Trocknung: Lassen Sie das Bauteil mindestens 24–48 Stunden bei Raumtemperatur stehen oder nutzen Sie einen Infrarot-Strahler. Ist der Lack innen noch weich, schmiert er beim Schleifen und ruiniert die Stelle.
2. Masse abtragen (Lackhobel)
- Werkzeug: Ein kleiner Lackhobel (oder eine Rasierklinge, deren äußere Ecken mit Klebeband als Abstandshalter abgeklebt sind).
- Technik: Setzen Sie den Hobel flach an und tragen Sie die Erhöhung in flachen Zügen schrittweise ab.
- Ziel: Den Überstand vorsichtig bis knapp über das Niveau der umliegenden Lackfläche planieren.
Wichtiger Hinweis: Kleben Sie die direkt angrenzende, intakte Lackfläche während des Hobelns mit Tape ab. Das schützt den dünneren Lack drumherum davor, versehentlich durchgeschliffen zu werden.
3. Planieren per Feinschliff
- Schleifmittel: Nutzen Sie einen kleinen, harten Schleifklotz (z. B. Schleifblüten) mit P1500 bis P2000.
- Technik: Schleifen Sie nur mit leichtem Druck und lokal auf der Wulst. Verwenden Sie im Anschluss P2500 bis P3000 für den Feinschliff.
- Kontrolle: Wischen Sie den Schliff regelmäßig trocken ab, um zu prüfen, ob die Fläche bereits plan ist.
4. Aufpolieren
- Schleifpaste: Verarbeiten Sie eine grobe Cut-Politur mit einem harten Schaumpad oder Lammfell auf einer Poliermaschine.
- Finish: Polieren Sie die Stelle mit einer Hochglanzpolitur aus, um verbliebene Schleifspuren vollständig zu beseitigen.
5. Erneut lackieren
Lackieren Sie die Stelle gegebenenfalls erneut mit Farb- und Klarlack.

