Schichten beim Autolack: Aufbau der Lackierung

Wie ist der Autolack aufgebaut?

Die Auto-Lackierung gehört zu den hochwertigsten und empfindlichsten Oberflächen am Fahrzeug. Sie ist ständig mechanischen, chemischen und umweltbedingten Belastungen ausgesetzt. Daher setzt sich der Lackaufbau des Autos aus mehreren Lackschichten zusammen. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über den Aufbau der Lackschichten und die richtige Lackierung des Autos.

1. Vorbehandlung

Zu Beginn wird das Fahrzeug mit speziellen Phosphat Salzlösungen behandelt. Dies erzeugt eine kristalline Metall-Phosphat-Schicht, die die Haftung der nachfolgenden Lackierung-Grundierung verbessert und das Blech schützt. Eine saubere KFZ-Lackierung beginnt immer mit einer gründlichen Vorbehandlung.

2. Auftrag der Grundierung

Auf das nackte Blech wird eine Lackierung-Grundierung aufgetragen, die Korrosion verhindert und für eine optimale Haftung sorgt. Auch schwer zugängliche Stellen werden über elektrolytische Verfahren zuverlässig grundiert. Die Grundierung bildet die Basis für alle weiteren Lackschichten und ist entscheidend für die Lackstärke des Autos.

3. Füller

Der Füller gleicht Unebenheiten aus, sodass sie in der dünnen Lackschicht des Basislacks nicht sichtbar sind. Außerdem schützt der Füller vor Steinschlag und kleinen Kratzern. Moderne Füller enthalten teilweise Farbpigmente, die die Farbwirkung der Lackierung Farben verstärken. Nach dem Trocknen wird der Füller glatt geschliffen, um eine gleichmäßige Oberfläche zu erhalten.

4. Basislack

Anschließend folgt der farbige Basislack, der meist wasserlöslich ist und Effektpigmente wie Metallic oder Perleffekt enthalten kann. Dieser Schritt ist entscheidend für die endgültige Farbwirkung und Tiefe der Autolackierung. Wer sein Auto selbst lackieren möchte, sollte hier besonders sorgfältig arbeiten.

5. Klarlack

Die letzte Schicht ist der Klarlack, der die gesamte Autolackierung vor mechanischen, chemischen und UV-Belastungen schützt. Der Klarlack bestimmt die endgültige Glanzwirkung und die Haltbarkeit der Lackschicht. In Kombination mit Basislack und Füller entsteht so der vollständige Lackaufbau des Autos.

Was ist eine 3-Schicht Lackierung beim Auto?

3-Schicht-Lackierungen erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit und werden immer häufiger in der Serienproduktion für Mittelklassefahrzeuge, Kleinwagen und Motorräder verwendet. Bei 3-Schicht-Lackierungen gibt es zwei Effektvarianten.

Effektfarben beim Autolack

Bei farbigen 3-Schicht-Lackierungen gewinnen die Farben an Tiefe und Leuchtkraft. Dies betrifft heute fast alle Farbrichtungen wie Rot, Blau, Gelb, Grün oder Orange.

Weißtöne im Autolack

Weiß Metallic Lackierungen, wie Mineral White bei BMW oder Mystic White bei Mercedes, erfordern ebenfalls präzises Arbeiten. Mit der wachsenden Farbtonauswahl wird es auch für den Lackierer aufwendiger, solche Farbtöne professionell zu reparieren: Denn neben der Bestimmung des eigentlichen Farbtons und der Farbtonvariante müssen auch die Anzahl und die Ausführung der einzelnen Spritzgänge bzw. die Lackschichtstärke und die hieraus resultierende Intensität der Effektschicht berücksichtigt werden. Der Einsatz von Musterblechen ist hier unverzichtbar – nur so lässt sich ein einwandfreies Lackergebnis erreichen.

Bitte beachten Sie die nachfolgenden Arbeitsschritte, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

  1. Grundton lackieren.
  2. Effektschicht nass-in-nass lackieren.
  3. Klarlack lackieren.

Kratzer im Lack: Welche Lackschicht im Autolack Aufbau ist betroffen?

Mit Hilfe eines Tests finden Sie schnell und einfach heraus, wie tief der Kratzer im Lack ihres Autos ist. 

  1. Schauen Sie sich den Kratzer genau an: Sehen Sie an der beschädigten Stelle eine andere Farbe als den Lack, ist der Kratzer bereits bei der Grundierung angekommen. Da hilft Polieren nicht mehr.
  2. Fühlen Sie den Kratzer: Fahren Sie mit einem Fingernagel vorsichtig über den Kratzer. Wenn Sie hängen bleiben, dann ist diese Stelle auch bereits zu tief, um sie zu polieren.

Roter Autolack mit Kratzern

Leichte Kratzer im Autolack

Bei einem leichten Schaden im Autolack ist nur die oberste Schicht oder der Klarlack beschädigt. Diese Lackschicht schützt den Farblack und erzeugt einen schönen Glanz. Wenn sich ein Kratzer in der obersten Schicht befindet, ist die Chance groß, dass der Farblack nicht beschädigt ist. Ein Scratch Remover oder ein Lackstift mit Klarlack reicht dann oft schon aus, um diese leichten Schäden auszubessern. Einfach kurz mit einem Tuch aufpolieren oder mit einem Lackstift bearbeiten, und schon ist der Schaden ausgebessert.

Mitteltiefe Lackkratzer ausbessern                                                                                       

Wenn der Schaden bis in den Farblack vorgedrungen ist, ist von einem mitteltiefen Kratzer die Rede. Sie erkennen diese Kratzer an einer anderen Farbe im Lack. Dabei sollten Sie jedoch noch nicht das Weiß oder Grau der Grundierung oder sogar das Metall sehen können. Um mitteltiefe Lackkratzer gut ausbessern zu können, benötigen Sie verschiedene Produkte. Zuallererst müssen Sie wissen, welche Farbe Ihr Auto hat. Dabei geht es nicht einfach um „Grau“, „Blau“ oder „Grün“, sondern um den exakten Farbcode des Fabrikats. Mit unserem praktischen Farbfinder-Tool können Sie ganz schnell die richtige Farbe finden.

Tiefe Kratzer im Autolack entfernen

Wenn Sie im Kratzer einen weißen oder grauen Streifen oder sogar das Metall sehen können, dann handelt es sich wahrscheinlich um einen tiefen Kratzer im Lack. Um einen tiefen Kratzer gut auszubessern, benötigen Sie verschiedenen Produkte: Schleifpapiere in verschiedenen Körnungen, um die Oberfläche für die Behandlung vorzubereiten, einen Entfetter und ein Mikrofasertuch, einen Grundierlack, eine Spraydose oder einen Lackstift mit der richtigen Autolack Farbe und eventuell Klarlack. Hier finden Sie unsere vollständigen Reparatur-Sets, die alles beinhalten, was Sie für das Entfernen eines tiefen Kratzers benötigen.

Häufig gestellte Fragen

Wie dick ist der Autolack insgesamt?

Die gesamte Lackschicht eines Autos ist meist nur etwa 100 bis 150 Mikrometer dick. Das entspricht ungefähr der Dicke eines menschlichen Haares. Deshalb können tiefe Kratzer schnell mehrere Lackschichten beschädigen.

Kann man Kratzer im Klarlack einfach wegpolieren?

Leichte Kratzer, die nur den Klarlack betreffen, lassen sich oft durch Polieren entfernen. Dabei wird eine sehr dünne Schicht der Oberfläche abgetragen, bis der Kratzer nicht mehr sichtbar ist. Tiefere Kratzer erfordern jedoch meist eine Lackreparatur.

Wann reicht Polieren bei einem Lackkratzer nicht mehr aus?

Polieren reicht nicht mehr aus, wenn der Kratzer bis zur Grundierung oder sogar bis zum Metall reicht. In diesem Fall ist eine Lackreparatur mit Basislack und Klarlack notwendig. Nur so wird der Lackschutz vollständig wiederhergestellt.

Welche Lackschicht schützt das Auto vor Rost?

Die Grundierung ist die wichtigste Schutzschicht gegen Rost. Sie sorgt dafür, dass der Lack gut haftet und schützt das Metall der Karosserie vor Feuchtigkeit. Wird diese Schicht beschädigt, kann Rost entstehen.

Kann man Autolack selbst reparieren?

Kleine Lackschäden lassen sich mit passenden Reparatursets oft selbst ausbessern. Wichtig ist, die richtige Lackfarbe zu verwenden und die einzelnen Lackschichten korrekt aufzutragen. Bei größeren Schäden ist eine professionelle Lackierung meist die bessere Lösung.